Ein unvergleichliches Gras, 6.Teil

von Sandra Makowski

„„The Big Bambú“ , ein faszinierendes Konstrukt aus 7.000 Bambusstäben, veränderte, auf dem Dach des Metropolitan Museum of Art installiert, zeitweise die New Yorker Skyline und bildete dann auf der Biennale 2011 eine der größten Attraktionen. Seine Macher, Mike und Doug Starn, lassen überwältigende Werke aus Bambus entstehen – spektakuläre Mikados für die Großstadt. „Die Idee für eine solch gewaltige, miteinander verbundene Konstruktion kam in den 1990ern auf“, erzählt Doug Starn. Über die Jahre seien sie mehrfach in Japan gewesen, hätten sich einmal in einem Bambuswald verirrt. „Bambus bedeutet Leben“, sagt sein Zwillingsbruder Mike, „daher haben wir ihn ausgesucht.“

Über 600.000 Besucher liefen auf den gräsernen Wegen durch die enorme Installation in New York, mit Blick auf den Central Park und die Stadt. Durch ein 15 Meter hohes Gebilde, das von einem Klettererteam zusammengebaut und mit etlichen Meilen Nylonseil verbunden wurde. Und das ständiger Veränderung unterworfen ist. „Wir glauben, dass nichts auf der Welt als monolithisch oder statisch gesehen werden kann“, erklären die Brüder. Alles sei letztlich die Summe aus individuellen Elementen, eine Verbindung, die sich immer weiter verändere. „Big Bambú“ sei daher eine Form der philosophischen Architektur, die sich der Veränderlichkeit der Welt bewusst sei und darauf aufbaue.

Verbundensein, Verflechtung, organisches Wachstum darstellen – darum geht es bei diesen Installationen ebenso wie um das Thema Nachhaltigkeit. Der Gedanke dahinter sei die Verbindung von Kulturen, von Gesellschaften, von Beziehungen. Derzeit arbeiten die Brüder an weiteren „Big Bambús“. In Rom, in Singapur, in Japan werden in den kommenden Monaten Interessierte durch eine besondere Art von Baukunst wandeln. Durch eine Skulptur, die ihre Schöpfer als einen Organismus bezeichnen, der sich kontinuierlich rekonstruiert aus seinem eigenen Material – Bambus.“

Quelle: http://www.premiumpark.de/artikel/ein-unvergleichliches-gras

Autorin: Sandra Makowski, nurweiterso.de